Fragen zu den Studieninhalten

Intermediales Design ist ein neues und innovatives Studienangebot. Im Rahmen der Mappenberatungen oder auch per E-Mail werden deshalb viele Fragen an uns gerichtet. Hier finden Sie einige häufig gestellte Fragen und die dazugehörigen Antworten.

Zögern Sie nicht, weitere Fragen an das Sekretariat zu richten. Wir freuen uns darauf.

Die Fragen nach den gestalterischen Inhalten und Qualifikationen in diesem Studium gehen in viele verschiedene Richtungen und sind natürlicherweise stark durch die jeweiligen Interessen der Fragenden geprägt:

Video und 3D-Animation

„Ich bin sehr interessiert am Thema Film und würde gerne selbst Videos machen und mich auch im Bereich der 3D-Computeranimation weiterentwickeln. Hier habe ich selbst schon erste Erfahrungen gesammelt, frage mich aber, ob meine zeichnerischen Fähigkeiten ausreichen, um für dieses Studium zugelassen zu werden?“

Natürlich ist die zeichnerische Begabung immer eine gute Voraussetzung, um sich in Bildern (und auch in Bewegtbildern) auszudrücken, gerade dann, wenn man diese Bilder wie im Animationsfilm selbst erfinden und entwerfen will. Aber um Filme und Videos zu machen, muss man nicht unbedingt – insbesondere nicht „auf hohem Niveau“ – zeichnen können. Wichtig ist stattdessen „der fotografische Blick“, das Interesse an der gesellschaftlichen und kulturellen Wirklichkeit unserer Zeit, ein Gefühl für Rhythmus und Bewegung, für das Zusammenwirken von Bild und Ton.

Wichtiger ist an dieser Stelle aber noch ein anderer Hinweis: Die Studienrichtung „Intermediales Design“ kann kein Ersatz für ein Filmstudium sein. Das Filmemachen ist dafür eine viel zu komplexe Angelegenheit. Darum gibt es auch reine Filmhochschulen und Filmstudiengänge, in denen das enorm vielfältige Ausbildungsspektrum des Films abgedeckt wird.

Andererseits: Intermediales Design ist auch ein Studium der zeitbasierten Medien, wo also die Gestaltung von Zeit und Bewegung eine ganz grundlegende Rolle spielt. Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Studium auch vorzugsweise mit filmisch geprägten Kurz- und Kürzestformen, die im 2D- und 3d-Animationsfilm, im Video-Clip, im Bereich der Visualisierung und nicht zuletzt im Bereich des Game-Designs eine zentrale Rolle spielen.

Neue Medien – Interaktive Medien

„Dieses Studium wird mit dem Schwerpunkt „Neue Medien“ angeboten. Was ist damit eigentlich genau gemeint? Lernt man da nur, wie Internetseiten gebaut werden? Sollte ich da nicht besser gleich Informatik oder Medieninformatik studieren?“

Es gibt viele Möglichkeiten und verschiedene Gesichtspunkte, unter denen man sich mit den Neuen Medien beschäftigen kann. Wenn man besonders an informationstechnischen Fragen interessiert ist, die mit der Entwicklung der digitalen Medien eng zusammen hängen, dann kann man z.B. ein Studium der Medieninformatik oder der Digitalen Medien ergreifen (beides wird an der FH Trier angeboten). Wenn man sich mehr für die wirtschaftliche Seite von Medienproduktionen interessiert, kann man z.B. Medienmanagement (etwa an der Uni Mainz) oder Medienwirtschaft (z.B. an der FH Wiesbaden) studieren.

Wenn man sich für ein Studium des Intermedialen Designs entscheidet, dann interessiert man sich ganz besonders für die kreativ-gestalterischen Fragestellungen, die mit der Entwicklung der Neuen Medien unauflöslich verbunden sind. Dort geht es um die „Sprache der Neuen Medien“, mit der Medientechnik erst zum Kommunikationsmittel wird. Seitdem die „Neuen Medien“ (vor hundert Jahren, war der Film ein „neues Medium“) digital geworden sind, ist in diesem Bereich tatsächlich eine enorme Entwicklungsdynamik entstanden:

Die Medien sind interaktiv, virtuell, vernetzt und mobil geworden. Spätestens seitdem der Computer selbst ein Medium ist, kommen ständig neue Medienentwicklungen, neue Medienanwendungen und Mediennutzungen dazu. Hier stellen sich immer sehr interessante, oft völlig neue Gestaltungsaufgaben. Da sind Mediendesigner und Mediendesignerinnen mit konzeptioneller und gestalterischer Kreativität gefordert, die auch technisch versiert sind. Informatiker oder Betriebswirte können diese Aufgabe nicht erledigen.

Internet, Web 2.0 und Kommunikation

„Ich bin nicht sicher, ob ich mich wirklich für ein Designstudium entscheiden sollte. Obwohl mich gestalterische Themen interessieren, würde ich gerne mehr darüber erfahren, was man in diesem Studium über die Nutzung des Internets heute und in Zukunft erfahren kann. Gerade auch vor dem Hintergrund der ganzen Web 2.0 – Bewegung in der heutigen Zeit. Wäre da ein Studium der Medienwissenschaft nicht vielleicht viel passender?“

In einem Studium der Medienwissenschaft steht die wissenschaftlich-analytische Durchdringung von historischen und heutigen Medienthematiken im Vordergrund. Und diese analytische Herangehensweise kann sich auch auf die neuen, jüngsten Medienentwicklungen gerade im Bereich des Internets beziehen.

Intermediales Design ist demgegenüber ein anwendungsbezogener Studiengang, bei dem die Konzeption und der Entwurf dieser Medien im Vordergrund steht. Bezogen auf neue webbasierten Kommunikations- und Kooperationsformen ist zum Beispiel das Design leistungsfähiger und zugleich ansprechender Interfaces, die Konzeption und gestalterische Umsetzung neuer Interaktions-, Kommunikations- und sonstiger Nutzungsformen im Netz oder die intelligente Verknüpfung vorhandener Technologien für neue Kommunikations- und Kooperationsaufgaben (z.B. im Bereich der Bildungsmedien und des E-Learnings) Gegenstand des Studiums.

Gerade mit der zunehmenden Vernetzung, mit dem Wachstum und der Ausweitung komplexer Mediensysteme in alle gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge, gewinnt aber auch die theoretische Durchdringung dieser Abläufe eine zunehmende Bedeutung. Angehende Designer und Designerinnen müssen sich deshalb auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem Gestaltungsumfeld befassen.

Kommunikationsdesign oder Intermediales Design

„Mein Eindruck ist, dass sich diese beiden Studiengänge nicht sehr voneinander unterscheiden. Wann sollte ich Kommunikationsdesign, wann besser Intermediales Design studieren?“

Tatsächlich sind viele Mediendesignstudiengänge aus Kommunikationsdesignstudiengängen hervorgegangen. Der Grund für diese Entwicklung liegt darin, dass mit der zunehmenden Bedeutung der digitalen Medien die damit einhergehenden Design- und Gestaltungsaufgaben in den zeitlichen Rahmen eines Kommunikationsdesignstudiums nicht mehr hineingepasst haben. Die fachliche Trennung und Spezialisierung in Kommunikations- und Mediendesign hat aber auch tiefer gehende Gründe. Die Fragestellungen sind in diesen beiden Studienrichtungen unterschiedlich akzentuiert.

Im Kommunikationsdesign steht die Frage im Zentrum, wie man eine Botschaft unter Beachtung der jeweiligen Randbedingungen (z.B. der Zielgruppen) und unter optimaler Nutzung der in Frage kommenden (und bereits verfügbaren) Medien am besten gestaltet. So wie im Kommunikationsdesign die jeweils geeigneten Medien eine wichtige Rolle spielen, werden natürlich auch im Mediendesign Kommunikationsaufgaben optimal bearbeitet und gestaltet. Hier kommt nun aber hinzu, dass die Medien als neue Medien oftmals selbst erst entwickelt bzw. optimal ausgestaltet werden müssen. Die kreative Herausforderung im Mediendesignstudium besteht darum auch darin, innovative Nutzungen für die neue Medientechnologien mit zu (er)finden und diese gestalterisch zu bewältigen.

Beim Intermedialen Design spielt nun eine besondere Rolle, dass neue und innovative Mediennutzungen insbesondere in interdisziplinären und fachübergreifenden Zusammenhängen gesucht werden. Dabei ist natürlich auch die fachübergreifende Kooperation zwischen Kommunikations- und Intermedialem Design von besonderer Bedeutung.

Interesse für Architektur und Neue Medien

„Ich interessiere mich sehr für Architektur aber auch für Ausstellungs- und Mediendesign. Meine Frage ist, ob ich mich im Rahmen des Architekturstudiums auch mit den Neuen Medien beschäftigen kann? Oder ob es von dem ImD-Studium aus Querverbindungen zur Architektur oder auch zur Innenarchitektur gibt?“

Ganz offenkundig spielt die Gestaltung von Räumen durch Architektur, Design und Medien eine zunehmende Rolle. Und oftmals stehen diese Disziplinen dabei in enger Wechselwirkung. Der Fachbereich Gestaltung an der Hochschule Trier hat sich deshalb eine Studienstruktur gegeben, die es ermöglicht, dass die verschiedenen Fachrichtungen in einen wechselseitigen Austausch kommen. So werden z.B. Architektur- und Mediendesign-Studenten gemeinsam interdisziplinäre Projekte bearbeiten. Unter Voraussetzung der vorhandenen Studienplatzkapazitäten können aber auch – zum Beispiel – Studierende der Architektur oder Innenarchitektur Studienangebote (sogenannte Polymodule) aus dem Intermedialen Design wahrnehmen und umgekehrt.

Für angehende Architekten kann es beispielsweise für eine optimale Präsentation ihrer Entwürfe interessant sein, welche Möglichkeiten der interaktiven 3D-Visualisierung heute im Internet bereitgestellt werden. Und für Studierende des Intermedialen Designs ist es interessant, aus Architekturzusammenhängen Anregungen für innovative Medienentwicklungen zu erhalten.

Die heutigen Möglichkeiten, ganze Räume mit medialen Mitteln in bewegte und interaktive Bild- und Klangräume zu verwandeln, gewinnen nicht nur im Bereich des Messe- und Ausstellungsdesigns sondern auch in öffentlichen Räumen, in Theatern und Museen ein zunehmendes Interesse. Im Rahmen der „Intermediale“, ein Ausstellungs- und Laborprojekt, welches alle zwei Jahre an verschiedenen Orten in Trier stattfindet, werden solche Gestaltungsexperimente zwischen Architektur und Medien auch öffentlich präsentiert.